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Trotz Punkteverlust weiterhin Tabellenführer

7. Oktober 2018 | Kampfmannschaft zur Übersicht >

Hellas Kagran : First Vienna FC 1894 2:2 (1:1)

Das Auswärtsspiel bei Hellas Kagran zählte schon im Vorfeld zu einen der Herausforderungen dieses Herbstes, dass nun gerade zu diesem Spiel einige Spieler verletzungsbedingt ausfielen, machte die die Aufgabe noch interessanter. Neben Kurtisi, Korkmaz, Van Zaanen mussten auch Krisch und Kindig verletzungs- oder krankheitsbedingt passen. Somit war Trainer Hlinka neuerlich zu Improvisationen vor allem in der Abwehr gezwungen. In der Innenverteidigung spielten Strasser und Rauchecker, flankiert von Limani und Lenko, Kindigs Ausfall sollte Babadostu wettmachen, Stefano, Babic, auf den Seiten Patricio und Demic und Tasic im Sturm waren schon in den letzten Spielen im Einsatz.

Frühe Führung aus der ersten Ecke

Das Spiel begann mit einem Knalleffekt. Lenko brachte eine Ecke zur Mitte, der Keeper der Donaustädter griff daneben, Stefano köpfte unbedrängt zur frühen Führung ein. Ein erfreulicher Auftakt für Blau-Gelb, man versuchte sofort mit dem gewohnt dynamischen Spiel nach zu setzen. Im Ansatz schön erkennbar, aber es war auch bald zu sehen, es wollte nicht ganz funktionieren. Kleine Fehler bei Ballannahme, Ungenauigkeiten beim Passspiel gaben den kompakt stehenden Hellenen immer wieder Gelegenheit die Vienna Spieler in Zweikämpfe zu verwickeln und den Spielfluss zu stören. Bei der Vienna machte sich vor allem die Absenz von Kindig bemerkbar, Babadostu war bemüht das Spiel anzukurbeln, jedoch fehlte die Selbstverständlichkeit im Bewegungsablauf, die Abstimmung mit Stefano musste erst gefunden werden. Beim Spiel aus der Abwehr wählte man daher oft die sichere Variante zurück und gab damit dem Gegner die Chance sich zu formieren.

Ausgleich nach einer Standardsituation

Nach etwa 15 Minuten hatte sich der Gastgeber auf das Spiel der Vienna eingestellt und versuchte nun seinerseits auch in der Offensive aktiver zu werden. Dies vor allem mit weiten Bällen, den Rückenwind ausnützend, was vorerst keine Gefahr brachte, nach etwa 20 Minuten aber zu ersten Freistößen führte. In der 21. Minute führte ein solcher zum Ausgleich. Ein Freistoß von rechts Richtung kurze Ecke gezirkelt, der routinierte Flandorfer spitzelte das Leder zum Ausgleich ins Netz.

Intensives Spiel aber wenig Torchancen

Im weiteren Verlauf war keine der beiden Teams wirklich in der Lage gute Chancen herauszuspielen. Hellas mehrheitlich auf Defensive bedacht, war physisch stärker, die Vienna konnte das technische Potenzial nicht entsprechend ausspielen. So war es wenig verwunderlich, dass Torchancen vor allem aus Standardsituationen entstanden. Die beste davon hatte Lenko in der 27. Minute, seinen Versuch fischte Kiss aus der Ecke. Auf der Gegenseite setzte Flandorfer einen Kopfball nach einem Freistoß über das Tor. Bis zur Halbzeit tat sich demnach nicht mehr viel, beide Teams neutralisierten sich gegenseitig, beim Stand von 1:1 bat der Referee zum Pausentee.

Vienna nun mit dem Wind im Rücken

In der zweiten Hälfte versuchte die Vienna mit dem Wind im Rücken schneller zu spielen, die Pässe auf die Flügelspieler sorgten nun mehr für Gefahr. Patricio konnte sich auf der rechten Seite nun öfters lösen, bei einem Pass in die Mitte fand sich kein Abnehmer, bei einem Schuss nach Pass von Babadostu hielt Torhüter Kiss souverän. Auch über die linke Seite gab es gute Ansätze, Demic suchte dabei mittels Haken nach innen auch den direkten Abschluss, an diesem Nachmittag jedoch vergeblich. Das Spiel wirkte ein wenig flüssiger als in der ersten Hälfte, die gut formierte Abwehr der Donaustädter war zumeist jedoch Endstation. Weiterhin konnte Hellas ihre physische Stärke gut in Szene setzen, es gelang ihnen regelmäßig die Viennaspieler in Zweikämpfe zu verwickeln.

Eine Unachtsamkeit ermöglichte Hellas Führung


Hellas konzentrierte sich in erster Linie auf Spielkontrolle, jedoch nicht ausschließlich, sobald sie im kontrollierten Ballbesitz waren verschoben sie als kompaktes Mannschaftsgefüge auf und versuchten auch Pressing zu spielen. Wirklich gefährlich waren sie dabei nur einmal, ein Kopfball von Flandorfer nach einer Ecke strich knapp am Tor vorbei. Kurz darauf hatte auch die Vienna eine gute Gelegenheit nach einem Eckball. In diesem Fall konnte Hellas den Ball nicht aus der Gefahrenzone bringen, Lenkos Schuss parierte der Keeper mit viel Mühe, den Abpraller setzte Stefano knapp über das Tor. Dies war in der 68. Minute, eine Phase in der die Vienna besser ins Spiel kam. Mit der Hereinnahme von Orgolitsch für Tasic wollte Trainer Hlinka zusätzlich für Schwung sorgen, Patricio rückte ins Zentrum. Ausgerechnet in dieser Phase patzte die Defensivabteilung, die Innenverteidiger standen zu weit auseinander, das Mittelfeld war schlecht positioniert, Hellas nützte das mit einem guten Pass auf Nazli, der plötzlich alleine vor Chiste stand. Er schob überlegt am Vienna Keeper zum 2:1 ein.

Mit erhöhtem Risiko zum Ausgleich

Die Vienna musste nun mehr riskieren, prompt kam auch der erste Konter, Kriegel legte sich den Ball aber zu weit vor, Chiste war rechtzeitig herausgeeilt und vor dem Hellenen am Ball. Die verstärkten Offensivbemühungen der Vienna hatten in der 77. Minute Erfolg. War zuvor Orgolitsch noch mit einem Schuss an Kiss gescheitert, so fand er diesmal nach einem guten Hacken in den Strafraum ein Abspiel auf Patricio als bessere Lösung, der Chilene erzielte mit einem satten Schuss in die lange Ecke den Ausgleich.

In der Schlussphase, inklusive 5 Minuten Nachspielzeit suchten beide Teams die Entscheidung. Da die Vienna weiterhin risikoreicher agierte, witterte die Heimelf ihre Chance in schnellen Gegenstößen. Einen dieser Versuche stoppte Stefano mit einem Foulspiel, der anschließende Freistoß in den Strafraum sorgte für Gefahr, Chiste konnte den Ball risikoreich wegfausten.

Für die Vienna eröffnete sich ebenfalls noch eine Gelegenheit, Babadostu probierte zunächst einen Lochpass auf Orgolitsch, der jedoch abgefangen wurde, der Ball kam wieder zu dem Mittelfeldspieler, diesmal versuchte er es mit einem beherzten Schuss, der knapp links am Tor vorbei strich.

Letztlich fixierte Schiedsrichter Keser mit dem Schlusspfiff die Punkteteilung, mit der Hellas wohl zufriedener schien als die Vienna. Aufgrund der zahlreichen Ausfälle wirkte das Team nicht so harmonisch aufeinander abgestimmt, die kleinen daraus resultierenden Ungenauigkeiten ließen dem physisch starken Gegner die Möglichkeit seine Stärken in Szene zu setzen. Somit musste und durfte man auch mit dem Unentschieden zufrieden sein.


Aufstellung Vienna:
Chiste; Strasser, Rauchecker, Lenko, Limani; Babdostu, Stefano; Babic (86. Dogan), Patricio, Demic; Tasic (70. Orgolitsch)

Torfolge: 0:1 (1.) Stefano; 1:1 (21.) Flandorfer; 2:1 (70.) Nazli; 2:2 (77.) Patricio

Gelbe Karten für Vienna: Stefano (79. Foul), Babadostu (80. Foul)

PFA Sport-Arena, 350 Zuschauer