First Vienna FC 1894 - LAC Inter 9:0 (5:0) -> Video
Mit dem LAC hatte die Vienna eine aus den letzten Spielen mit Selbstbewusstsein gestärkte Mannschaft zu Gast, die sich vor dem Spiel durchaus einen Punktegewinn zugetraut hatte. Dementsprechend forsch begann das von Horst Musil betreute Team. In einem 4-4-2 standen die beiden Außenverteidiger sehr hoch und unterstützten die beiden Stürmer bei ihrem Pressing. Die Vienna wirkte überrascht, in den ersten Minuten waren vor allem die Verteidiger, wie gewohnt Katzer und Schachl in der Innenverteidigung, die Außenpositionen waren mit Rauchecker und Ehrnhofer besetzt, gefragt.
LAC mit den ersten Offensivaktionen, Vienna mit den ersten Toren
Angesichts des Anfangselans der Gäste war es auch wenig verwunderlich, dass die ersten Schüsse in Richtung Tor von Kazan abgegeben wurden. Kokollari sowie Karami verfehlten das Ziel jedoch knapp. Erst in der 7. Minute brachte die Vienna ihren ersten Angriff zustande, dieser war jedoch wegweisend, wie man gegen den LAC zum Erfolg kommen könnte. Nach Ballgewinn von Babic wurde schnell durch das Mittelfeld kombiniert, über Demic und den in die Mitte rotierten Korkmaz kam der Ball zu Kurtisi, dessen Schuss doch noch abgeblockt werden konnte.
Die ob des forschen Beginns der Gäste entstandenen Sorgenfalten im Gesicht einiger Anhänger bügelte schließlich Demic aus, in der 9. Minute fackelte er nach einem Einwurf von der linken Seite nicht lange, Ballannahme, Schuss, Tor. Dieser Führungstreffer sollte Sicherheit geben.
Vor allem verunsicherte er die Gäste sichtlich, Patricio an diesem Abend von Beginn an aufgeboten, sowie Kurtisi vergaben weitere Chancen, ehe Patricio in der 14. Minute das 2:0 gelang. Hierbei wurde die Schwachstelle des LAC offengelegt, die rechte Abwehrseite war instabil, und dies übertrug sich auch auf die Innenverteidigung. Jedenfalls konnte sich Patricio nach einem Angriff über Korkmaz gut von seinen Gegenspielern lösen, um letztlich völlig freistehend dieses Tor zu erzielen.
Auch der nächste Angriff über die linke Seite hätte beinahe zum Erfolg geführt, Demic traf jedoch nur die Latte. Auch dieser Angriff war typisch, schnell gespielt, die Spieler schafften sich mit viel Bewegung die Räume.
LAC weiterhin um konstruktives Spiel bemüht
Der LAC wirkte nun angeschlagen, konnte sich aber wieder fangen. Sie agierten weiterhin mutig mit Pressing, aufrückenden Außenverteidigern, versuchten nun aber auch die Abwehr besser abzusichern. Das gelang auf ihrer rechten Seite mit Bargirtlak und Karami sehr gut, auf deren Seite kam nicht nur die Vienna selten zum Angriff, sie waren auch selbst meist in die Offensivbemühungen involviert. So musste Kazan gegen Vogel retten, nur wenig später wurde Karamis Schuss abgefälscht und dadurch zur gefährlichen Flanke, die jedoch keinen Abnehmer fand, und schließlich verfehlte auch Minoungou das Ziel knapp. Mit anderen Worten, der LAC hatte zu seinem Anfangselan zurückgefunden und gefiel durch modernes offensiv orientiertes Spiel.
Schwächen des Gegners konsequent ausgenützt
Sie hatten aber eben auch ihre Schwachstellen und die wurden von der Vienna konsequent genutzt. Schnelle Angriffe über die Seiten, vorzugsweise über die Linke brachten wiederholt Gefahr und letztlich auch Tore. Das 3:0 erzielte Babic per Kopf nachdem Rauchecker und Korkmaz die Abwehr ausgehebelt hatten, mit dem 4:0 baute Kurtisi seine Führung in der Torschützenliste aus. Weitere Chancen folgten, Rauchecker traf nur die Latte, Kurtisi verfehlte das Ziel knapp und Patricios Schuss konnte gerade noch von einem Verteidiger abgeblockt werden. Knapp vor dem Pausenpfiff konnte Babic nach Vorarbeit von Kurtisi noch auf 5:0 erhöhen.
20 ereignislose Minuten nach der Pause
Der LAC stellte in der Pause um, Knasmüller sollte fortan die Verteidigung stärken, auf der rechten Seite kam der erst 15 jährige Canov zum Einsatz. Die Gäste agierten weiterhin im 4-4-2 System, jedoch mit mehr Bedacht auf die defensive Stabilität. Zunächst auch mit Erfolg, abgesehen von einer guten Gelegenheit von Babic und einer von Kurtisi, bei der er 3 mal zum Schuss kam, jeweils aber erfolgreich abgeblockt werden konnte, ließ der LAC keine klaren Chancen zu. Auf der anderen Seite gab es auch für Kazan kaum Arbeit, die nun eher zaghaft wirkenden Angriffsbemühungen wurden sicher kontrolliert.
4 Tore in der Schlussphase
Nach etwa 20 Minuten forcierte die Vienna das Tempo wieder ein wenig und brachte damit umgehend Leben in das Spiel. Korkmaz wurde bei einem energischen Vorstoß in den Strafraum regelwidrig gestoppt, den Elfmeter verwertete Kurtisi in gewohnt souveräner Manier mit einem satten Schuss in die Kreuzecke.
Mit einem ähnlich energischen Antritt verschaffte sich Ehrnhofer eine perfekte Abschlussposition und belohnte sich für diese Einzelleistung auch mit dem Treffer zum 7:0 in der 72. Minute. Beim 8:0 in der 75. Minute war Kurtisi mit dem Kopf zur Stelle, er war einen Tick schneller am Ball als der ebenfalls einschussbereite Krisch.
Die Zuschauer begannen nun mit einem zweistelligen Resultat zu liebäugeln, offenbar auch die Spieler der Vienna, nun rollte Angriff um Angriff auf das gegnerische Tor, die Gäste stemmten sich jedoch dagegen. Das 9:0 in der 83. Minute konnten sie nicht verhindern, Babic erzielte es mit einem satten Schuss aus dem Hinterhalt, der 10 Treffer sollte jedoch nicht mehr fallen.
Es war ein attraktives Spiel, der LAC überraschte mit seinem Auftreten, nach einer kurzen Phase der Verunsicherung fand die Vienna aber die geeigneten Lösungen. Das schnelle und variabel gestaltete Offensivspiel konnte auch an diesem Abend entsprechend in Tore umgesetzt werden, ein weiterer Schritt zum Meistertitel ist geschafft.
Aufstellung Vienna: Kazan; Ehrnhofer, Schachl, Katzer, Rauchecker; Krisch, Demic (66. Kindig), Babic (83. Van Zaanen); Patricio, Korkmaz (75. Fucik); Kurtisi
Torfolge (Video): 1:0 (9.) Demic; 2:0 (14.) Patricio; 3:0 (29. ) Babic; 4:0 (32.) Kurtisi; 5:0 (45.) Babic; 6:0 (70. Elfmeter) Kurtisi; 7:0 (72.) Ehrnhofer; 8:0 (75.) Kurtisi; 9:0 (82.) Babic
Gelbe Karten für Vienna: keine
Naturarena Hohe Warte, 734 Zuschauer







