First Vienna FC 1894 - SV Gerasdorf / Stammersdorf 6:1 (4:0)
In der 13. Runde der Wiener Stadtliga begrüßte die Vienna den SV Gerasdorf Stammersdorf. Die Ausgangslage war eindeutig, bei allem Respekt vor dem Gegner, auf dem Weg zur Regionalliga sollte und durfte die von Jürgen Halper betreute Mannschaft aus Gerasdorf kein Stolperstein sein. Zudem wollte man natürlich 100 Jahre Stadion Hohe Warte gebührend feiern.
Alexander Zellhofer vertraute im Prinzip auf die zuletzt souverän auftretende Elf, mit Joel Kitenge im Mittelfeld gab es aber doch eine kleine Überraschung bei der Aufstellung. Diese war selbstverständlich offensiv ausgerichtet, bei Temperaturen über 30 Grad sollte das Spiel so schnell als möglich entschieden sein.
Etwas holpriger Beginn
Das klappte zu Beginn nicht ganz nach Wunsch, die Vienna bestimmte zwar von Beginn an das Geschehen, ließ den Gegner kaum in die Nähe des eigenen Strafraums kommen, konnte aber selbst zunächst kaum für Gefahr sorgen. Ungenaue Pässe und auch der eine oder andere Abstimmungsfehler erleichterten den Gästen die Defensivarbeit. Es dauerte etwa bis zur 5. Minute, da gab es die erste gefährliche Hereingabe in den Strafraum, die jedoch keinen Abnehmer fand. Etwas später, nach einem Eckball von Lenko konnte Gerasdorf den Ball nicht aus der Gefahrenzone bringen, jedoch war an der Strafraumgrenze niemand, um diesen Ball zu verwerten. Ein typisches Beispiel für die nicht optimale Abstimmung in den Anfangsminuten. Nach Eckbällen war man noch am gefährlichsten, Steiner setzte einen Kopfball nur knapp neben das Tor.
Bis zur Trinkpause, welche angesichts der Temperaturen sehnlichst herbeigesehnt wurde, tat sich jedenfalls nicht viel. Es gab kaum klare Torchancen, man hatte das Spiel aber jederzeit vollkommen unter Kontrolle, auf den abermals gut gefüllten Rängen kam keinerlei Ungeduld auf, mit fast stoischer Ruhe wartete man auf die Tore.
Effiziente Chancenverwertung bis zur Pause
In der 26. Minute war es dann soweit, diesmal kam der Angriff aus der Mitte heraus, Luxbacher löste sich auf der rechten Seite von seinem Bewacher, wurde zeitgerecht angespielt und schloss diese Aktion souverän ab. Das zweite Tor ließ nicht lange auf sich warten, kurioser Weise entsprang es auch aus einer der wenigen Unachtsamkeiten in der Defensive. Kreuzhuber verhinderte in letzter Sekunde mit einem riskanten Tackling einen Konter, der Gegenstoß gegen die aufgerückte Hintermannschaft von Gerasdorf wurde schnell gespielt, Luxbacher legte ideal auf Kitenge auf, der von der Strafraumgrenze überlegt das 2:0 erzielte. Leider verletzte sich Kreuzhuber bei dieser Aktion und musste durch Stehlik ersetzt werden.
Beim letzten Spiel gegen den FavAC war die Effizienz der einzige mögliche Kritikpunkt, davon konnte diesmal keine Rede sein. Wohl scheiterte Konrad noch mit einem Kopfball an Torhüter Mistelbauer, in der 44. Minute beseitigte der Stürmer aber jegliche Spekulationen auf ein Comeback von Gerasdorf. Eine zügig und exakt gespielte Kombination von Luxbacher, Baldia und Edelhofer schloss Konrad elegant ab. Damit war eine komfortable Führung zur Pause gesichert, Luxbacher hatte jedoch noch nicht genug und erhöhte den Score in der kurzen Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 4:0.
Unterhaltsamer Sommerkick nach der Pause
Mit Kurtisi und Gouriye anstelle von Konrad und Bumbic brachte Trainer Zellhofer zur Pause frische Kräfte für den Angriff. So sehr sich die beiden auch bemühten, vorerst gab es kaum zählbare Erfolge. Die Gäste verteidigten geschickt, der letzte Nachdruck fehlte bei der Vienna, was angesichts der klaren Führung und der Temperaturen jenseits der 30 Grad auch nicht weiters verwunderte, geschweige denn jemand kritisierte. Selbst den Gegentreffer aus einem der seltenen Konterangriffe nahm man auf den Rängen gelassen zur Kenntnis. In der 56. Minute überraschte Gerasdorf die aufgerückte Hintermannschaft der Vienna mit einem exakten Steilpass auf Heinicker, Kazan war in diesem Fall machtlos und musste den ersten Gegentreffer seit Wiederbeginn der Meisterschaft zur Kenntnis nehmen. Letztlich hatte dieser Gegentreffer wenig Bedeutung, mahnte die Mannschaft aber doch wieder zu mehr Konzentration.
Weitere Chancen des Gegners ließ man fortan nicht mehr zu, auf der anderen Seite erzielte Toth das 5:1, Kurtisi vergab noch die eine oder andere Chance bevor er in der 81. Minute doch noch sein Torkonto aufpolieren konnte. Viel mehr gab es von dieser zweiten Halbzeit letztlich nicht zu berichten, es war ein weiterer wichtiger und souveräner Schritt Richtung Regionalliga. Mit Genugtuung stellte unser Trainer nach dem Spiel fest, dass sich die Mannschaft hervorragend auf die Bedingungen eingestellt und mit der nötigen Effizienz die Punkte sicher eingefahren hatte.
Noch war der Tag für unsere Spieler nicht beendet, sie standen Spalier für unsere erfolgreiche Damenmannschaft, die im Anschluss an das Wiener Liga Spiel ihren Meistertitel und Aufstieg im Spiel gegen Geretsberg mit einem 3:1 Sieg feierte.
Aufstellung Vienna: Kazan; Baldia, Steiner, Kreuzhuber (39. Stehlik), Lenko (56. Jusic); Toth; Luxbacher, Kitenge, Bumbic, (46. Gouriye); Edelhofer, Konrad (46. Kurtisi)
Torfolge: 1:0 Luxbacher (26.); 2:0 Kitenge (35.); 3:0 Konrad (44.); 4:0 Luxbacher (45. +1); 4:1 Heinicker (56.); 5:1 Toth (67.); 6:1 Kurtisi (81.)
Gelbe Karten für Vienna: keine
Naturarena Hohe Warte, 1083 Zuschauer







