3. März 2026 | Kampfmannschaft zur Übersicht >
Karriereschritt Vienna: Meguru Odagaki bereit für den nächsten Schritt
Meguru „Megi“ Odagaki hat bereits mehrere Gamechanger in seinem Leben vollzogen. Geografisch, sprachlich und kulturell. Bis 2015 spielte er in Osaka, anschließend folgten fünf Jahre bei deutschen Vereinen, ehe er nach Japan zurückkehrte. Seit 2025 ist der 28-jährige Japaner wieder in Europa. Am 14. Jänner dieses Jahres nahm ihn die Vienna unter Vertrag. Im Interview spricht Megi darüber, was ihn antreibt, wie er sein Leben in Österreich erlebt und wie er auf seine Zukunft blickt.
Megi, zum Einstieg: Was ist deine persönliche Motivation, Fußball zu spielen?
- Ich habe schon mit vier Jahren in Japan angefangen, dem Fußball nachzulaufen, und seit meiner Jugend lebe ich für diesen Sport. Als Japaner habe ich natürlich auch Judo gelernt, aber das hat mich sportlich nie wirklich gereizt. Der Wechsel zur Vienna ist für mich ein wichtiger Karriereschritt. Das Training hier ist deutlich intensiver als zuvor in der Regionalliga, und allein das motiviert mich, jeden Tag mein Bestes zu geben.
Wird in Japan anders Fußball gespielt als in Europa?
- Ja, definitiv. In Japan ist das Spiel stärker auf Ballbesitz und Breite ausgelegt. Es geht darum, den Ball möglichst lange in den eigenen Reihen zu halten. In Österreich, und generell in Europa, steht der direkte Zug zum Tor und das Tore schießen mehr im Vordergrund. Trotzdem ist Japan ein sehr erfolgreiches Fußballland. Die Nationalmannschaft war mehrfach Asienmeister und hat sich als erstes Team für die heurige Weltmeisterschaft qualifiziert.
Du lebst jetzt seit mehr als einem Jahr in Österreich, was schätzt du an dem Land am meisten?
- Sehr vieles. Die Menschen hier sind mir gegenüber deutlich offener und freundlicher, als ich es in Deutschland erlebt habe. Ich werde oft angesprochen und merke, dass echtes Interesse an mir besteht. In Deutschland war ich sehr auf mich allein gestellt, es ging fast ausschließlich um Fußball. Hier werde ich häufig eingeladen, und nach dem Training gehe ich mit den Mitspielern auch einmal etwas trinken. Wien ist eine wunderschöne Stadt, und besonders gerne sitze ich in einem Kaffeehaus.
Was magst du gar nicht, was ärgert dich?
- Ich mag es privat nicht, wenn es laut ist und Menschen schreien. Ich habe es lieber ruhig, und schon gar nicht mag ich es, angeschrien zu werden. Am Fußballplatz ist das allerdings anders. Dort liebe ich es, wenn die Zuschauer Stimmung machen und laut sind. Das gehört einfach dazu.
Wie kommst du in Österreich mit dem Essen zurecht?
- Ganz gut. Als Japaner esse ich am liebsten Reis und hin und wieder Sushi (lacht), aber nicht jeden Tag. In Wien gibt es viele asiatische Lokale, allerdings erreicht die Qualität nicht ganz das Niveau, das ich aus Japan kenne. Trotzdem hat auch die österreichische Küche viel zu bieten. Eine Gulaschsuppe esse ich zum Beispiel sehr gerne.
Was war das Mutigste, das du je gemacht hast?
- Mit 19 Jahren alleine von Japan nach Europa zu gehen, um Fußball zu spielen. Ich habe fünf Jahre in Deutschland verbracht, musste eine neue Sprache lernen und mich in einer völlig anderen Kultur zurechtfinden. Das war definitiv ein mutiger Schritt.
Du bist danach wieder nach Japan zurückgekehrt. Wie ging deine Karriere dort weiter?
- Mit dem Beginn der Corona-Pandemie bin ich nach Japan zurückgekehrt. Im ersten Jahr spielte ich bei Gainare Tottori, danach verletzte ich mich und war ein Jahr lang vereinslos. Im dritten Jahr lief ich für den Okinawa SV auf, ehe ich nach Wien zum FavAC vermittelt wurde. Jetzt bin ich im zweiten Jahr in Österreich und seit Jänner bei der Vienna.
Was sind deine Stärken und Schwächen?
- Meine größte Stärke ist meine Technik. Ich bin ein kreativer Spieler und fühle mich im Mittelfeld am wohlsten. Die Zehnerposition ist meine Lieblingsrolle. Meine Schwäche hängt mit meiner Körpergröße zusammen. Mit 1,65 Metern bin ich kein Kopfballspezialist. Außerdem möchte ich im Abschluss effizienter werden. Drei Torchancen zu haben und nur eine zu verwerten, ist mir zu wenig.
Wie siehst du deine Zukunft im Fußball?
- Kurzfristig möchte ich mich bei der Vienna etablieren und mithelfen, dass die Frühjahrssaison besser verläuft als der Herbst. Der neunte Tabellenplatz spiegelt nicht das Leistungsniveau der Mannschaft wider. Was danach kommt, wird sich zeigen. Privat geht es mir sehr gut, da meine Freundin inzwischen aus Japan nach Österreich gezogen ist. Wir wohnen derzeit noch in Traiskirchen und hoffen, bald nach Wien übersiedeln zu können.








