Comeback nach einem Jahr: Valentina Pötzl im Interview
Im Auswärtsspiel gegen Blau-Weiß Linz/Union Kleinmünchen feierte Valentina Pötzl ihr Comeback und gleichzeitig ihr Debüt für die Vienna. Knapp ein Jahr nachdem sie sich eine schwere Knieverletzung zugezogen hat stand sie endlich wieder am Platz. Im Interview spricht sie mit uns über ihren Weg zurück, ihre Gedanken vor dem Comeback und ihre Ambitionen für die Zukunft.
Wie ist es dazu gekommen, dass Fußball zu deiner Leidenschaft wurde?
- Ich spiele seitdem ich vier Jahre alt bin Fußball. Dadurch dass mein Vater Trainer war und mein Bruder auch gespielt hat, bin ich immer mit ihnen mitgegangen. Ich bin seit meiner Kindheit immer am Fußballplatz gewesen und kenne es gar nicht anders.
Du konntest in den letzten Wochen deine ersten Spiele nach deiner schweren Verletzung bestreiten, wie hat es sich angefühlt?
- Ich war am Anfang vor dem ersten Spiel etwas nervös, da es doch sehr ungewohnt war nach so einer langen Zeit wieder am Platz zu stehen. Aber ich habe mich riesig gefreut, dass ich endlich wieder spielen kann. Es fühlt sich immer noch etwas surreal wieder mit dabei zu sein. Es war ein unglaubliches Gefühl und ich schätze es jetzt umso mehr, wieder spielen zu können.
Wie schwierig war die Zeit während der Verletzungspause, wenn man als Spielerin seinem eigenen Team nur zuschaut und selbst nicht eingreifen kann?
- Die Reha hat viele schwierige Seiten, aber gerade das Zuschauen ist eines der härtesten Dinge. Man sieht wie die eigenen Mitspielerinnen am Platz stehen können und man selbst kann nur zuschauen und das Team von der Tribüne aus unterstützen. Das kann natürlich auch hilfreich sein fürs Team, aber man möchte ja doch lieber selbst mitspielen.
Was hat dir in dieser Zeit persönlich geholfen, optimistisch zu bleiben?
- Der Gedanke daran, dass ich endlich wieder spielen möchte und dass ich alles in der Reha reinhauen muss, damit ich bestmöglich am Platz zurückehren kann. Ich habe mir immer wieder neue Ziele gesetzt und jeden Schritt nach und nach abgehakt. Ich habe nie daran gedacht es nicht zu machen, denn ich hatte immer das große Ziel des Comebacks vor Augen.
Welche Rolle haben dabei deine Familie und Freunde gespielt?
- Meine Familie und meine Freunde haben eine große Rolle gespielt. Meine Familie unterstützt mich immer und war in dieser schwierigen Zeit eine wichtige Stütze. Meine Freunde haben mich auch außerhalb des Fußballplatzes gut abgelenkt. Es hat mir auch geholfen, dass meine beste Freundin aus der Akademie zur gleichen Zeit verletzt war. So konnten wir das Reha-Programm gemeinsam bestreiten. Wir haben uns gegenseitig bei den einzelnen Schritten angefeuert und freuen uns jetzt sehr, dass wir beide wieder spielen können. Wir haben diese Reise gemeinsam durchgemacht.
Welche Ratschläge würdest du anderen jungen Sportlerinnen mitgeben, die ebenfalls mit solchen Verletzungen zu kämpfen haben?
- Ich bin ja selber auch noch eine sehr junge Spielerin und ich glaube, dass so eine Verletzung auch sehr lehrreich sein kann. Ich habe in dieser Zeit viele Erkenntnisse gewonnen und auch mal die andere Seite kennengelernt, wie es ist nicht spielen zu können. Es ist auf jeden Fall keine verschwendete Zeit, sondern eher eine nützliche, in der man Zeit in Dinge investieren kann, die man ansonsten vielleicht nicht machen würde. Man sollte diese Zeit so gut es geht annehmen und die Reha durchziehen, weil man weiß, warum man es macht. Je besser man in der Reha ist, desto stärker kommt man zurück. Deswegen sollte man immer die positiven Dinge sehen und das Beste daraus machen.
Du bist im Sommer zur Vienna gekommen, kam der Wechsel für dich zum richtigen Zeitpunkt?
- Es ist immer schwierig mit einer Verletzung zu einem neuen Verein zu kommen. Für mich war aber von Anfang an klar, dass ich zur Vienna gehen möchte, da ich dieses familiäre Umfeld schon zuvor kennengelernt habe. Ich wusste, dass ich mit meiner Verletzung hier gut aufgehoben bin. Der Wechsel kam für mich zum richtigen Zeitpunkt, da ich so auch die Möglichkeit hatte, die Mannschaft außerhalb des Platzes kennenzulernen.
Wie hast du die Vienna und das Vereinsumfeld kennengelernt?
- Meine ersten Berührungspunkte hatte ich im Sommer im Trainingslager im Burgenland. Ich konnte da zwar noch nicht mittrainieren, aber ich hatte die Möglichkeit, meine Mitspielerinnen kennenzulernen. Wir hatten zudem einige Teamaktivitäten und ich war bei jedem Spiel zuschauen, so konnte ich mich gut mit dem Team vertraut machen.
Wie verbringst du deine freie Zeit außerhalb des Fußballplatzes am liebsten?
- Da bleibt nicht mehr so viel Zeit übrig. (lacht) Ich verbringe die Zeit am liebsten mit meinen Freunden zuhause und mit meiner Familie. Ich bin auch gerne mal für mich allein, das kommt im Fußballgeschäft ansonsten selten vor. Dann lese ich auch gerne mal ein Buch oder verbringe Zeit mit meinem großen Bruder.
Was sind deine persönlichen Ziele für die Zukunft?
- Für die nahe Zukunft möchte ich körperlich wieder topfit werden, gut reinkommen und einen guten Rhythmus finden. Natürlich habe ich auch größere Ambitionen mal ins Ausland zu gehen, das sind aber Themen für später. Jetzt möchte ich mich mal gut in die österreichische Bundesliga einfinden und allen zeigen, was ich kann.








